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E-Bike ist nicht gleich E-Bike. In der Schweiz unterscheidet das Gesetz verschiedene Kategorien mit unterschiedlichen Regeln für Geschwindigkeit, Ausrüstung, Ausweis und Versicherung. Seit Juli 2025 gelten zudem neue Vorschriften für schwere E-Bikes und Cargo-Modelle. Dieser Überblick fasst alles Wichtige zusammen.
Die zwei Hauptkategorien
Langsames E-Bike (bis 25 km/h)
Die meisten verkauften E-Bikes in der Schweiz fallen in diese Kategorie. Der Motor unterstützt beim Treten bis maximal 25 km/h und hat eine Nenndauerleistung von bis zu 500 Watt. Diese E-Bikes gelten als Leicht-Motorfahrräder und sind die unkomplizierteste Wahl für Familien und Pendler.
Mindestalter: 16 Jahre (ab 16 ohne Ausweis, unter 16 mit Mofa-Ausweis Kategorie M)
Helmpflicht: Nein (aber dringend empfohlen)
Kontrollschild: Nicht nötig
Versicherung: Nicht obligatorisch (Privathaftpflicht empfohlen)
Radwege: Dürfen benutzt werden
Tagfahrlicht: Pflicht seit April 2022
Schnelles E-Bike / S-Pedelec (bis 45 km/h)
S-Pedelecs sind für längere Pendelstrecken attraktiv, bringen aber deutlich mehr Pflichten mit. Der Motor kann bis 45 km/h unterstützen und hat eine Leistung von bis zu 1000 Watt. Diese Kategorie gilt als Motorfahrrad und wird entsprechend strenger reguliert.
Mindestalter: 14 Jahre mit Ausweis Kategorie M, ab 16 ohne Ausweis
Helmpflicht: Ja (Velohelm genügt)
Kontrollschild: Ja (gelbes Kontrollschild)
Versicherung: Obligatorisch (Haftpflicht- und Unfallversicherung)
Radwege: Nur wenn signalisiert («E-Bike gestattet»)
Tagfahrlicht: Pflicht
Tacho: Obligatorisch
Rückspiegel: Obligatorisch
Vergleichstabelle
Merkmal
Langsames E-Bike (25 km/h)
S-Pedelec (45 km/h)
Motorleistung
bis 500 W
bis 1000 W
Unterstützung bis
25 km/h
45 km/h
Helmpflicht
Nein
Ja
Kontrollschild
Nein
Ja (gelb)
Versicherung
Freiwillig
Obligatorisch
Mindestalter
16 (bzw. 14 mit M)
14 mit M / 16 ohne
Radwege
Ja
Nur wenn signalisiert
Tagfahrlicht
Pflicht
Pflicht
Neu seit 1. Juli 2025: Cargo-E-Bikes
Per 1. Juli 2025 hat der Bundesrat neue Regeln für schwere E-Bikes und Cargo-Modelle erlassen. Die wichtigsten Änderungen gemäss nachhaltigleben.ch:
Gewichtslimite: Für bestimmte Kategorien gilt ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 450 kg
Brems- und Sicherheitsanforderungen: Strengere Vorschriften für Bremsen bei schweren Modellen
Kindertransport: Klare Regeln für den Transport von Kindern und Lasten
Diese Änderungen betreffen vor allem Familien mit Lastenrädern und gewerbliche Nutzer. Für klassische E-Bikes und S-Pedelecs ändert sich nichts.
Beleuchtungsvorschriften
Für alle E-Bike-Kategorien gelten strenge Beleuchtungsvorschriften. Die BFU fasst die wichtigsten Punkte zusammen:
Tagfahrlicht: Seit April 2022 müssen alle E-Bikes auch tagsüber mit eingeschaltetem Frontlicht fahren
Nacht und Dämmerung: Front- und Rücklicht Pflicht
Reflektoren: Weisser Reflektor vorne, roter hinten, orangefarbene Pedalreflektoren
S-Pedelec: Beleuchtung muss fest verbaut sein und über den Motor-Akku gespeist werden
Eine ausführliche Erklärung findest du in unserem Artikel Tagfahrlicht-Pflicht am E-Bike. Wenn du nach der richtigen Lampe suchst, hilft unser Lumen-Guide: Velobeleuchtung richtig wählen.
Wo darf ich fahren?
Radwege
Langsame E-Bikes (25 km/h) dürfen alle Radwege benutzen – genau wie herkömmliche Velos. S-Pedelecs hingegen dürfen Radwege nur befahren, wenn diese ausdrücklich für Motorfahrräder signalisiert sind. In der Praxis heisst das: In vielen Städten müssen S-Pedelec-Fahrer auf der Strasse fahren.
Waldwege
Vorsicht auf Waldwegen: Laut einem Artikel des Beobachters dürfen S-Pedelecs auf Waldwegen grundsätzlich nicht fahren, da sie als Motorfahrzeuge gelten. Langsame E-Bikes sind auf den meisten Waldwegen erlaubt, solange keine lokale Signalisation dies einschränkt.
Trottoir und Fussgängerzonen
Für alle E-Bike-Kategorien gilt: Trottoirs und Fussgängerzonen sind tabu, es sei denn, ein Schild erlaubt es explizit (z.B. «Velo gestattet» mit Schritttempo-Gebot).
Häufige Irrtümer
«Ein E-Bike ist doch bloss ein Velo»
Für langsame E-Bikes stimmt das weitgehend – die Regeln sind ähnlich. Aber ein S-Pedelec ist rechtlich ein Motorfahrzeug mit allen dazugehörigen Pflichten.
«Ich brauche keinen Helm auf dem 25-km/h-E-Bike»
Rechtlich stimmt das. Aber die BFU empfiehlt dringend einen Helm – auch auf langsamen E-Bikes. Die Unfallstatistik zeigt, dass E-Bike-Unfälle häufig schwerer verlaufen als Velo-Unfälle, weil die Durchschnittsgeschwindigkeit höher ist.
«Mein E-Bike hat Licht, also bin ich auf der sicheren Seite»
Nur wenn das Licht auch eingeschaltet ist. Die Tagfahrlicht-Pflicht bedeutet, dass das Frontlicht bei jeder Fahrt brennen muss – auch bei strahlendem Sonnenschein. Mehr dazu in unserem Artikel zur Tagfahrlicht-Pflicht.
Die richtige Ausrüstung
Unabhängig von der Kategorie empfehlen wir diese Grundausstattung:
Frontlampe: Mindestens 400 Lumen mit Tagfahrmodus → Frontlampen entdecken
Rücklicht: Mit Bremslichtfunktion und DayFlash → Rücklichter entdecken
Helm: Bei S-Pedelecs Pflicht, sonst dringend empfohlen
Schloss und Tracker: Gegen Diebstahl → GPS-Tracker Guide
Für Pendler und Tourenfahrer empfehlen wir zusätzlich eine kompakte elektrische Luftpumpe und je nach Wetterlage eine Sportbrille.
Sicherheit beginnt bei der Sichtbarkeit
Egal welche E-Bike-Kategorie du fährst: Gute Sichtbarkeit ist der wichtigste Sicherheitsfaktor. Eine hochwertige Frontlampe und ein starkes Rücklicht schützen dich nicht nur vor Bussen, sondern vor allem vor Unfällen. Tipps für die dunkle Jahreszeit findest du in unserem Herbst-/Winter-Sicherheitsguide.
Quellen: BFU – E-Bike Gesetz Schweiz · Beobachter – E-Bike auf Waldwegen · TCS – Velo & E-Bike Ratgeber · nachhaltigleben.ch – E-Bike Ratgeber
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